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Eilenburger Geschichts- und Museumsverein

Der Eilenburger Geschichts- und Museumsverein e.V. wurde im Mai 2002 von 18 an der Historie ihrer Stadt Interessierten gegründet. Der Verein unterstützte finanziell aber vor allem inhaltlich die Gestaltung des historischen Rundganges - Camera Historica und Hausbeschilderungen - durch Eilenburg. Seine heute 25 Mitglieder bieten u.a. zum Tag des offenen Denkmals und dem Internationalen Museumstag Führungen durch Ausstellungen des Museum oder in ansonsten nicht geöffnete Denkmale, wie beispielsweise den Wasserturm des ehemaligen Eilenburger Chemiewerkes, an. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Vereinsarbeit sind Forschungen zur Stadtgeschichte. Deren Ergebnisse publizieren Vereinsmitglieder regelmäßig im Amtsblatt und in der gemeinsam mit der Stadtverwaltung herausgegebenen regionalgeschichtlichen Publikation "Der Sorbenturm".

Einiges zur Geschichte Eilenburgs finden Sie im "Archiv des Rathauses" unter www.eilenburg.de sowie auf dem historischen Stadtrundgang zu finden unter "Tourismus - Wandertourismus" ebendort.

der alte MuldelaufDer alte Muldelauf um 1830 illustriert eine historische Abhandlung.

Auf Arthur Hoffmanns Spuren

Das Datum in Klammern ist der Veröffentlichungstermin im Eilenburger Amtsblatt. Einige Beiträge können Sie auch online lesen. Klicken Sie dazu bitte auf die Titel der Beiträge.

  1. Teil 1 - Die Geschichte des Buhn (17. März 2006)
  2. Teil 2 - Die Geschichte des Deiches der 2002 als erster brach (30. Juni 2006)
  3. Teil 3 - Eilenburger Flurnamen Südost (21. April 2006)
  4. Teil 4 - Eilenburger Flurnamen Südwest (22. September 2006)
  5. Teil 5 - Eilenburger Flurnamen Nordost (21. Juli 2006)
  6. Teil 6 - Eilenburger Flurnamen Nordwest (25. November 2006)
  7. Teil 7 - Die Kamelbrücke (12. Januar 2007)
  8. Karteiblatt Begriffe Nr. 1 Die Werder und Heger um Eilenburg (19. Mai 2006)
  9. Karteiblatt Begriffe Nr. 3 Lossa, Wilde Lossa, Lossa - Mühlgraben (18. August 2006)
  10. Karteiblatt Begriffe Nr. 5 Stadtnaher alter Muldelauf um 1830 (3. November 2006)
  11. Karteiblatt Begriffe Nr. 6 Bergkeller
  12. Der historische Lauf der Mulde bei Eilenburg zwischen 1731 und 1869 (22. Dezember 2006)
  13. Die Arbeit des Königlichen Baurates Brünecke
  14. Die Geschichte der Muldendämme zwischen Eisenbahn und Bundesstrasse
  15. Das Hochwasser im Jahre 1954 Fakten und Daten
  16. Schlittschuhlaufen im 19.Jahrhundert (09.02.2007)
  17. Der Schießhausdamm (09.03.2007)
  18. Der Rückstaudeich (Alter Damm) (13.04.2007)
  19. Wüstungen, Wüste Marken um Eilenburg (11.05.2007)
  20. Die Hochwassernachrichten des Simon (08.06.2007)
  21. Reparatur Bobritzer Damm 1947 (13.07.2007)
  22. 1897 Das Jahrhundert - Hochwasser (10.08.2007)
  23. Die Eindeichung der Schloßaue (14.09.2007)
  24. Die Muldebrücken im 19. Jh. (12.10.2007)
  25. Die Pegeldaten des Pegel Golzern von Beginn bis heute (09.11.2007)
  26. Das Stille Wasser (14.12.2007)

Geschichtliches vorgestellt von Eilenburger Geschichts- und Museumsverein e.V.: Die Hochwassernachrichten des Chronisten und Pfarrers M. Jeremias Simon vom Jahre 1696

Der Liemenaer Pfarrer und Chronist hinterlässt uns die 1696 erschienene Eilenburgische Chronica, welche auch bedeutende Begebenheiten und denkwürdige Ereignisse zwischen 1312 und 1694 aufzählt. Das Jahrtausendhochwasser von 2002 ist Anlass die Hochwasser seiner Zeit nochmals zu nennen.

Anno 1316
Ist das Muldenwasser, allhier zu Eilenburg so groß geworden, dass ein Stück von der Stadtmauer und etliche Häuser weg gerissen, darüber über 30 Personen ertrunken. Wie das die Kirche damals ganz voll Wasser gewesen.Vergleichbare Wasserfluten haben sich auch bei den folgenden Jahren 1317 und 1318 ereignet.
Anno 1342
Den 21. Juli ist das Wasser abermals hier und an anderen Orten sehr groß gewesen, hat auch viel Häuser, Ställe, Scheunen und Zäune niedergerissen, auch hier in den Auen, Wiesen und Äckern großen Schaden gegeben.
Anno 1434
Den 27. Juli ist die Mulde allhier groß gewesen, dass das Wasser in der hiesigen Kirche in den hohen Altar und auf dem Markte an die Fischbänke gegangen…. Und in den hiesigen Auen sehr großen Schaden getan.
Anno 1480
Auf die verschiedenen dürre und trockenen Jahre sind heuer schreckliche Ungewitter mit Donner und Blitzen, grausame Regen und starke Wasserfluten entstanden, welche an Saale, Mulde und Elbe fast alle Brücken zerbrochen und hinweg geschwemmt, auch viele Menschen und Vieh ersäuft hat.
Anno 1501
Auch ist die Mulde sehr groß gewesen und hat das Gewässer nicht nur in den Auen alles überschwemmt und sehr großen Schaden getan, sondern auch ein ziemliches Stück von der Stadtmauer bei dem Kuh- oder Neuen Tore gegen das Leipzische niedergelegt.
Anno 1523
In diesem Jahre ist die Mulde wegen starken Regens zum Öfteren übergegangen und haben die Felder wegen großer Nässe fast nicht bestellen können.
Anno 1535
Hingegen ist nach Martnii die Kupfermühle durch die Mulde weggerissen worden, wie auch ein Stück von der Kuhbrücke.
Anno 1539
Hat das Getreide sehr aufgeschlagen. Im gleichen hat die Mulde ein Loch durch den Anwurf im Raths-Garten vor dem neuen Thore am Palm-Sonntage gerissen.
Anno 1560
Dieses Jahr hat sich die Mulde im Sommer und Herbste sehr ergossen, und die Viehweiden überschwemmt, also dass man das Vieh in den Kuhbüschen und in der Aue nach Mennsdorf nicht hat hüten können, deswegen das Bürger-Vieh über Kültzschau auf die Torgauer Höhe getrieben.
Anno 1573
Hat sich den 14., 15. und 16. August von vielen Regen, sonderlich im Gebirge, die Mulde dermaßen ergossen,
dass man allhier mit Kähnen durch die Stadt gefahren, da ist ergeust  Wasser in die Kirche getreten.

In Gedenken daran setzte man einen Stein am Spital mit folgendem Text:

Als man zehlt drei und siebzig Jahr/
Erhub sich Noth/ Angst und Gefahr
Von großer Näß und Wasserfluth/
Verderber vieler Haab und Gut/
Sie reichte bis an diesen Stein/
Der allhier ist gesetzet hin/
Im August - Mond am vierzehnten Tag
Solch Unglück uns betroffen hat.

Anno 1578
Auch hat sich in diesem Jahr die Mulde zu unterschiedlichen malen sehr ergossen, als dem 4. und 19. April, wie den 9. Mai, da sie denn sonderlich das letzte mal sehr großen Schaden getan.
Anno 1579
Den 17. Januar war abermals eine große Wasserflut.
Anno 1584
Den 1. Januar hat sich die Mulde ergossen, ist aber den 11.Januar noch viel größer geworden. Auch ist die Lossabrücke in Kültzschau durchs Wasser verderbet, und daher nochmals im Sommer eine neue steinerne gebaut wurden.
Anno 1585
Den 6. Februar ist wiederum eine große Wasserflut gewesen, darinnen ein Zimmermann, Jhan oder Than genannt, der zuvor vom Röhrensteig in die Mulde gefallen und ertrunken, wieder gefunden wurden.
Den 16. und 17. Juni hat es beide Tage nach einander fast kontinuierlich geregnet, daher die Mulde ziemlich aufgelaufen und weil es am 24. und 26. Juni noch stärker geregnet, ist die Mulde noch viel größer geworden als zuvor, daher sie an Dämmen sehr großen Schaden getan, desgleichen bei Simon Scheffers Garten zwei Joch unter waschen und nieder gerissen, wie auch den Schäfer - Garten zu Kültzschau zur Hälfte weg gerissen und ob sie gleich ein wenig gefallen ist, sie doch wegen abermaligen starken Regens am 2.Juli wiederum stark aufgelaufen und hat überall auf den Wiesen am Futter, auf den Feldern am Getreide sehr große Schäden getan.
Anno 1587
Hat sich im Frühling wegen des vielen Regens zu unterschiedenen malen als dem 9., 16. und 20. Martii sehr ergossen und großen Schaden getan, wie denn auch wegen der langwierigen Nässe im Sommer.
Anno 1589
Den 12. Mai ist die Mulde sehr groß geworden, wie denn selbige folgenden Sommer über bis auf den 11. Juli 12mal aufgelaufen und großen Schaden getan.
Anno 1591
Den 5. Dezember ist wegen eines Eisstaues zwischen der Stadt und der Zscheppliner Mühle die Mulde hoch aufgeschwollen und das Eis bis auf den 19. Januar so hoch liegend geblieben, doch aber hiernach über aller Menschengedenken ohne Schaden abgegangen.
Anno 1592
Den 24. Juli als es die Woche zuvor etliche Tage und sonderlich den 21., 22. und 23. Juli heftig geregnet, ist am Montag früh die Mulde sehr groß aufgelaufen, also dass sie über den Steinweg bei dem Spital geflossen, wie sie denn auch Ambrosi Chemnitzens Scheune unter waschen, das solche hernach über  den Haufen gefallen.
Anno 1598
Den 22. Juni als zuvor starker Regen gefallen, ist die Mulde sehr groß geworden und hat an Heu, so in Teil gehauen gewesen, zu Teil noch gestanden sehr großen Schaden getan und alles verschlemmt.
Anno 1601
Den 16. Dezember ist die Mulde allhier sehr hoch aufgelaufen und hat in der langen Brücke bis nach Kültzschau großen Schaden getan.
Den 23. Dezember ist die Mulde wegen eines Eisstaues sehr aufgelaufen und den 25. in der Christnacht gar über den Steinweg vorm Torgauer Tore gelaufen und hat 4 neue Gewölbe oder Schwibbogen auf dem Gottesacker, in gleichen die Brücke bei Kültzschau zerrissen und sonsten viel Schaden getan.
Anno 1602
Den 17. Januar ist die Mulde abermals sehr aufgelaufen und der Damm bei Zschepplin bei 7 Ruthen breit weg geführet worden.
Anno 1638
Sonst ist in diesem Jahr die Mulde sehr groß gewesen und ist bis in den äußeren Stadtgraben getreten, auch viel Schaden getan, aber auch viel Mäuse ersäufet, als welches Ungeziefer zuvor sehr überhand genommen.
Anno 1651
Diesen Winter hatte es sehr dicke Eis auf der Mulde gefroren, aber zu Ende Januar fiel geschwinde Tau- und Regen - Wetter ein, davon ergossen sich die Wasser und tat das Eis an den Thämmen, Mühlen und Brücken sehr großen Schaden.
Anno 1655
Den 3. Februar entstand ein plötzliches Tauwetter und darauf den 5. Februar allhier eine große Eisfahrt, dabei das Wasser so groß gewesen, dass es etliche Haufen Hopfenstangen aus den Hopfgärten hinweg geführt, ohne was es an Brücken und Mühlen vor großen Schaden getan, desgleichen große Wasserflut am 5. und 6. Juni wiederum gewesen.
Anno 1660
Am 12. Juni ergoss sich die Mulde und tat in der Aue an Getreide und Hopfen großen Schaden.
Anno 1661
Den 8. Juli hat sich auf gefallenen starken Regen, so an etlichen Orten einem Wolkenbruch nicht ungleich gewesen die Mulde dergestalt ergossen, dass das Wasser den Stadtgraben wie auch die Torgische Brücke und den Steinweg ein gewaschen, ist auch so groß geworden, dass es nicht nur in die Stadt gegangen, sondern auch in dem Diaconat - Hause in die Unterstube, wie auch in der Superintendur in die Hintergebäude und in viele andere Häuser eingedrungen oder wohl gar zum Fenster hinein in die Stuben gelaufen, dass man also mit Kähnen in der Stadt herum fahren können, wie es denn auch drei viertel Ellen hoch in der Kirche gestanden und ansonsten in der Stadt und auf dem Lande in Feldern und Wiesen ziemlichen Schaden getan. Doch ist solch schnell großes Wasser auch bald wieder gefallen, dass man Gott zu Danken Ursache gehabt.
Den 29. Dezember ist wiederum eine große Wasserflut entstanden, so in die Stadt und in die Keller gelaufen und weil die Brücken in dem vorigen großen Wasser sehr minimiert und zur Zeit noch nicht wieder gehabt wurden, hat niemand in 2 Tagen vor das Torgische Tor gehen, also weder ein noch aus kommen können.
Anno 1663
Auch in diesem Jahre die Mulde wieder übergegangen und das Wasser dermaßen groß geworden, dass es in die Stadt gedrungen und in der Kirche fast Ellen hoch gestanden.
Anno 1670
Den 8. und 9. Februar war die Mulde wegen jährlicher Zerschmelzung des großen Schnees über die Maßen groß und dabei eine starke Eisfahrt, so an Ufer, Brücken und Mühlen großen Schaden tat.
Anno 1675
Den 5. Dezember ergoss sich die Mulde, wie auch am 9. dito und ward so groß, dass man nicht hat mahlen können, auch stand das Wasser etliche Tage lang und tat an Ufern und Brücken großen Schaden.
Anno 1691
Den 4. Juni, nachdem es etliche Tage zuvor stark geregnet, entstand eine sehr große Wasserflut, welche die Auen, darinnen das Heu teils in Schobern, teils noch auf dem Stiele stand, sehr überschwemmte und das Heu verderbet, auch teils gar mit hinweg nahm, darauf hernach ein sehr heißer Sommer erfolgte, also man vor großer Hitze fast nirgends bleiben konnte.
Anno 1692
Den 9. Juli am Nachmittag und folgende Nacht hat es wiederum sehr stark geregnet, wovon die Mulde hoch aufgelaufen und ausgetreten ist.
Anno 1693
Nachdem es den 17. und 18. Juli stark geregnet, ist die Mulde den 19. dermaßen gewachsen, dass das Gewässer die Auen und die ganze Pfingstwiese überschwemmt, sondern auch sowohl zwischen des Scharf - Richters Hintergebäude und der ersten Brücke vor dem Torgischen Tore, als auch über den neuen Damm jenseits der Brücken, desgleichen am Kuttelhofe übergeschlagen, also das überall verdämmet werden müssen, wodurch in den Auen, Wiesen und Gärten das Gras und Grummet wie das Getreide sehr großer Schaden geschehen.
Anno 1694
Weil die nächsten Tage vor Lichtmeß starkes Tauwetter, Wind und Regen eingefallen, ist am 1., 2. und 3. Februar überaus großes Gewässer entstanden, also das nicht nur die ganze Aue dadurch überschwemmt, sondern man hat auch zu etlichen Tagen nicht mahlen können, wie denn auch am 2. Februar die Hintermühle in großer Gefahr gestanden, weil das hohe Wasser den Trahmen vor der Mühle gehoben und zusammen geschoben hat
Den 21. Juni, nachdem es 2 Tage zuvor hier ziemlich stark geregnet hat, ist die Mulde sehr jählings aufgelaufen, also das sie in 2 oder 3 Stunden die ganze Aue und Pfingstwiese überschwemmt und die beiden Stadtgräben voll gelaufen und endlich das Wasser in die Stadt gedrungen, so dass die Karls-, Rollen-, Eckartstraße und Pfarrgasse voll gestanden und bis an die Fleischbänke gegangen, auch viel in die Häuser und Stuben gelaufen. Durch welche jährliche Flut (dergleichen seit Anno 1601 nicht gewesen ) sehr großer Schaden geschehen, indem nicht nur viel hundert Fuder Heu dadurch fort geschwommen oder verschlemmt, desgleichen die schöne Saat in der ganzen Aue, wie auch Kraut und dergleichen verderbet, sondern auch 4 große Joch von der langen Brücke wie auch die kleine Brücke am Hopfgarten, und das so genannte Salzbrückchen bei Kültzschau weg- und eingerissen, etliche hundert Stämme Bauholz vom Anger, wie auch einem Fleischer 3 Pferde so auf der Weide standen, weg geführt worden, überdies ist auch selbigen Abend als den 21. Juni ein alter Bürger namens Adam Franke, so auf der Torgischen Höhe im Felde gewesen im Hopfgarten seiner Tochter auf dem Heimweg ertrunken.
Den 24. September ist die Mulde vom vielen Regen abermals hoch aufgelaufen und die ganze Aue überschwemmt worden, wodurch wiederum viel Grummet verdorben, dergestalt denn ein sehr nasser Herbst gewesen, also dass über drei Wochen lang, fast alle Tage geregnet und dabei ein grausamer Wind - Sturm gewesen, welcher das Obst von den Bäumen geschlagen und sonst hin und wieder, sonderlich in den Dächern viel Schaden getan.

H.M.

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Sorbenturm 2019

Sorbenturm 2019Interessante Geschichte und Eilenburger Geschichten im Band 16 des Sorbenturm ... weiterlesen.