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Buchvorstellung:
Das Geheimnis der Steine

Eine Zeitreise durch die Eilenburger Schlossberg-Geschichte

Erscheinungstermin: 30. November 2019

Die Geschichte des Eilenburger Schlossberges ist älter als die Geschichte der Stadt zu seinen Füßen. Gesichert ist die Tatsache, dass sich die Stadt einst im Schutze der schon vorhandenen Burg am Mulde-Ufer entwickelte. Keramikfunde belegen eine Besiedlung seit 3000 Jahren. Diese weisen auf bronzezeitliche, die folgenden vorrömischen eisenzeitlichen, elbgermanischen und nachfolgenden slawischen Siedler hin. Auf die slawische Siedelphase folgte die frühdeutsche Eroberung durch Franken und Sachsen. Diese Periode ist durch Scherbenfunde aus dem hoch- bis spätmittelalterlichen Zeitfenster belegt. In diese Zeit ist der Bau des ersten Burgwards an der Nordseite des Burgberges zur Sicherung der Muldefurt anzusetzen. Er wurde im Jahre 961 urkundlich als "civitas Ilburg" erwähnt. Der erste Burgward der Eilenburger Grafen war aus Erde und Holz gebaut. Erst mit der Anwesenheit der frühen Wettiner lassen sich Erkenntnisse auf Bauzeit, Bauherr und Bauausführung für die dann aus Backstein errichteten Bauten belegen. Doch vieles aus dieser Zeit der ersten Backsteinbauen war bisher ein Buch mit sieben Siegeln.

Dieser Zustand hat sich jetzt geändert! Der Geschichts- und Museumsverein Eilenburg ist um eine hochinteressante Bucherscheinung reicher – unter dem Titel "Das Geheimnis der Steine" wird nun eine Zeitreise durch die Eilenburger Schlossberg-Geschichte der Nachwelt präsentiert. Das neue Buch ist im "Verlag für die Heimat" von Stephanie und Andreas Bechert entstanden.

Die Autoren und Vereinsmitglieder Wolfgang Stein (†2017), Hans Mahnhardt und Stephan Fielitz haben sich mit diesem Thema nahezu sechs Jahre lang beschäftig. Hans Mahnhardt schätzt grob über den Daumen gepeilt ein, dass dabei knapp 2000 Stunden an Zeit für Recherchen, Fotoarbeiten und Vermessungen aufgewendet wurden. Hans Mahnhardt stellt dazu fest: "Für das an Sehenswürdigkeiten nicht reiche Eilenburg ist wichtig, dass das Vorhandene besser bekannt und dargestellt wird als bisher. Das Buch soll daher diesen herausragenden Teil der Stadtgeschichte – den frühen Bau der Burganlage – verständlicher machen und dem Interessierten näher bringen." – denn: "Eine solche Untersuchung und Zusammenstellung über die teilweise mit Alleinstellungsmerkmalen versehenen Bauten fehlt bisher."

Die akribische Spurensuche der drei Vereinsmitglieder war recht mühsam, am Ende aber vom Erfolg gekrönt. Das Buch dokumentiert die Art und Weise, wie man den bislang ungelösten Geheimnissen des Schlossberges auf die Spur gekommen war. Um dem Leser nicht die Spannung zu rauben, sei hier nur kurz erklärt: Das bisher Unbekannte entpuppte sich als Zusammenhang zwischen Steinlängen, Mörtelfugen und Fuß-Maßen aus einigen Jahrhunderten! Dazu wurden alle Türme, vorhandenen Kelleranlagen, Gebäude und Burgmauern untersucht und vermessen – und was dabei herauskam legt der Geschichtswissenschaft nun nahe, dass Einiges in den Stadtanalen umgeschrieben werden muss.

Doch nicht alle Geheimnisse wurden entschlüsselt. Offene Fragen kommen in dem Buch ebenso vor wie erstaunliche Fakten: Wussten Sie, dass

  • der Sorbenturm – erbaut 1179 – ein Fundament aus "Beton" hat?
  • der Mauerturm früher 3-4 bewohnte Geschosse und eine Wehrplatte mit Zinnen hatte?
  • die Klosterkeller zur Lagerung von großen Weinfässern konzipiert waren und nach einem "heiligen Modulmaß" errichtet wurden?
  • beim Bau der ersten Bergkeller die geheimnisvolle Zahl "Pi" eine Rolle spielte?
  • beim Einsturz des Bergfriedes bisher unentdeckte Wandnischen zum Vorschein kamen, deren Bedeutung und Aufgabe sich keiner erklären kann?
  • unterhalb des Bergfriedes ein ominöser 13 Meter in die Tiefe führender Schacht angelegt war… Funktion: unklar!
  • es im Silberkeller unter dem Schloss ein unbekanntes und unerforschtes Gewölbe gibt?

Es bleibt also weiterhin spannend! Im Epilog ist zu lesen: "Es bleibt der Zukunft vorbehalten, die Suche nach weiteren Erkenntnissen voranzutreiben und das Wissen über die historische Eilenburg zu ergänzen." Unterstützung für ihr aufwendiges Buchprojekt fanden die Autoren beim Sven Lehmann – der die Fotos angefertigt hat –, dem Eilenburger Burgverein, im Stadtmuseum und im Stadtarchiv. "Das Geheimnis der Steine" ist ab Samstag, 30.11.2019, im Museumsshop zum Preis von 11,50 € erhältlich – die Auflage ist begrenzt, daher sollte man sich dieses faszinierende Weihnachtsgeschenk rechtzeitig sichern!

Andreas Bechert

CoverCover des Buches "Das Geheimnis der Steine"